Von Nils Nolte | Chefredakteur spielwissen.de
Veröffentlicht: April 2026 · Kategorie: Spiele / Roulette
Roulette Regeln: Spielablauf, Einsätze und Varianten einfach erklärt
Roulette gehört zu den bekanntesten Glücksspielen überhaupt — und gleichzeitig zu den am häufigsten falsch verstandenen. Die Grundregel ist simpel: Eine Kugel rollt in einen Kessel, und wer die richtige Zahl oder Eigenschaft getippt hat, gewinnt. Was dahinter steckt, ist etwas komplexer.
Dieser Artikel erklärt die vollständigen Roulette Regeln für Einsteiger: Spielablauf, Einsatzarten, die Rolle der Null, die wichtigsten Varianten und was Spieler über Wahrscheinlichkeiten wissen sollten.
Was ist Roulette? Das Grundprinzip
Roulette ist ein Glücksspiel, bei dem Spieler auf den Ausgang eines rotierenden Kessels wetten. Im Kessel befinden sich nummerierte Felder, in eines davon fällt eine kleine Kugel. Wer vorher auf die richtige Zahl, Farbe oder Gruppe gewettet hat, erhält eine festgelegte Auszahlung.
Roulette ist ein reines Zufallsspiel. Es gibt keine Entscheidung während einer Runde, die den Ausgang beeinflussen kann. Jede Runde ist vollständig unabhängig von der vorherigen — unabhängig davon, was zuletzt gefallen ist.
Das Spiel wurde im 18. Jahrhundert in Frankreich entwickelt und verbreitete sich von dort in die europäischen Spielbanken.
Die Ausrüstung: Kessel, Tableau und Jetons
Der Roulette-Kessel
Der Kessel ist der rotierende Zylinder mit nummerierten Fächern, in die eine kleine Kugel fallen kann. Beim europäischen Roulette gibt es 37 Fächer: die Zahlen 1 bis 36 sowie eine Null (0). Die Zahlen sind abwechselnd rot und schwarz eingefärbt; die Null ist grün.
Die Zahlen sind im Kessel nicht der Größe nach angeordnet — sie folgen einer speziellen Sequenz, bei der benachbarte Zahlen möglichst unterschiedliche Eigenschaften haben (hoch/niedrig, rot/schwarz, gerade/ungerade).
Das Tableau (Spielfeld)
Das Tableau ist der Tisch, auf dem Spieler ihre Einsätze platzieren. Es zeigt alle Zahlen von 0 bis 36 in einem Raster sowie zusätzliche Felder für die sogenannten Außenwetten. Auf dem Tableau legt jeder Spieler seine Jetons (Chips) ab, bevor der Kessel gedreht wird.
Der Spielablauf Schritt für Schritt
Eine Runde Roulette läuft immer nach demselben Schema ab:
1. Einsätze setzen: Spieler platzieren ihre Jetons auf dem Tableau auf eine oder mehrere Wettoptionen. Es können mehrere Einsätze gleichzeitig gesetzt werden.
2. Setzen beenden: Der Croupier gibt das Signal „Rien ne va plus“ (dt.: Nichts geht mehr). Ab diesem Moment dürfen keine Einsätze mehr verändert werden.
3. Kessel drehen: Der Croupier dreht den Kessel in eine Richtung und wirft die Kugel in die entgegengesetzte Richtung. Die Kugel verlangsamt sich und fällt in ein Fach.
4. Ergebnis und Auszahlung: Der Croupier nennt die Gewinnzahl. Verlierende Einsätze werden eingesammelt, gewinnende werden ausgezahlt.
5. Neue Runde: Nach der Auszahlung beginnt der Vorgang von vorn.
Einsatzarten beim Roulette
Roulette bietet eine große Bandbreite an Wettmöglichkeiten. Sie werden in zwei Hauptkategorien eingeteilt: Innenwetten (Inside Bets) und Außenwetten (Outside Bets). Beide unterscheiden sich in Gewinnwahrscheinlichkeit und Auszahlungsquote.
Innenwetten (Inside Bets)
Innenwetten sind Einsätze auf einzelne Zahlen oder kleine Zahlengruppen innerhalb des nummerierten Rasters. Sie bieten höhere Auszahlungen, aber geringere Gewinnwahrscheinlichkeiten.
Plein (Straight Up) Einsatz auf genau eine Zahl. Auszahlung: 35:1. Die Wahrscheinlichkeit beim europäischen Roulette beträgt 1 zu 37 (ca. 2,7 %).
Cheval (Split) Einsatz auf zwei benachbarte Zahlen; der Jeton liegt auf der Linie zwischen beiden. Auszahlung: 17:1. Wahrscheinlichkeit: ca. 5,4 %.
Transversale Plein (Street) Einsatz auf eine Querreihe von drei Zahlen (z. B. 1, 2, 3). Auszahlung: 11:1. Wahrscheinlichkeit: ca. 8,1 %.
Carré (Corner) Einsatz auf vier Zahlen, die ein Quadrat auf dem Tableau bilden. Der Jeton liegt in der Mitte. Auszahlung: 8:1. Wahrscheinlichkeit: ca. 10,8 %.
Sixain (Six Line) Einsatz auf zwei benachbarte Dreierreihen, also sechs Zahlen. Auszahlung: 5:1. Wahrscheinlichkeit: ca. 16,2 %.
Außenwetten (Outside Bets)
Außenwetten decken größere Zahlengruppen ab. Die Gewinnwahrscheinlichkeiten sind höher, die Auszahlungen entsprechend niedriger.
Rouge/Noir (Rot/Schwarz) Einsatz auf alle roten oder alle schwarzen Zahlen. Auszahlung: 1:1. Wahrscheinlichkeit beim europäischen Roulette: 18 von 37 Feldern, also ca. 48,6 %. Die Null gehört weder zu Rot noch zu Schwarz.
Pair/Impair (Gerade/Ungerade) Einsatz auf alle geraden oder alle ungeraden Zahlen. Auszahlung: 1:1. Wahrscheinlichkeit: ca. 48,6 %.
Manque/Passe (Niedrig/Hoch) Einsatz auf die Zahlen 1–18 (Manque) oder 19–36 (Passe). Auszahlung: 1:1. Wahrscheinlichkeit: ca. 48,6 %.
Dutzend (Dozen) Einsatz auf eines von drei Dutzenden: 1–12, 13–24 oder 25–36. Auszahlung: 2:1. Wahrscheinlichkeit: ca. 32,4 %.
Kolonne (Column) Einsatz auf eine der drei Vertikalspalten des Tableaus, die je zwölf Zahlen umfassen. Auszahlung: 2:1. Wahrscheinlichkeit: ca. 32,4 %.
Die Null: Warum sie entscheidend ist
Die Null ist das wichtigste Feld auf dem Roulette-Rad — nicht wegen ihrer Bedeutung als Zahl, sondern wegen ihrer Wirkung auf die Gewinnchancen aller anderen Wetten.
Wenn die Kugel auf der Null landet, verlieren nahezu alle Standardwetten. Wer auf Rot, Schwarz, Gerade, Ungerade oder auf ein Dutzend gesetzt hat, verliert seinen Einsatz — obwohl die Auszahlungsquoten so berechnet sind, als gäbe es nur 36 Felder.
Genau hier entsteht der sogenannte Hausvorteil. Beim europäischen Roulette beträgt er 2,7 %. Das bedeutet: Über viele Runden hinweg behält das Casino statistisch 2,70 Euro von jedem Einsatz von 100 Euro. Dieser Wert ist fest eingebaut und kann durch keine Wettstrategie dauerhaft gesenkt werden.
Ein häufiges Missverständnis betrifft die einfachen Chancen: Viele Spieler gehen davon aus, dass Rot oder Schwarz eine Gewinnwahrscheinlichkeit von exakt 50 % hat. Das ist nicht korrekt. Es sind 18 rote und 18 schwarze Felder — plus die grüne Null. Dadurch liegt die Wahrscheinlichkeit für Rot oder Schwarz bei je 18 von 37 Feldern, also etwa 48,6 %, nicht 50 %.
Auszahlungsquoten im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Wettarten mit ihren Auszahlungsquoten und Wahrscheinlichkeiten beim europäischen Roulette zusammen:
| Wettart | Felder | Auszahlung | Wahrsch. (ca.) |
|---|---|---|---|
| Plein (Einzelzahl) | 1 | 35:1 | 2,7 % |
| Cheval (2 Zahlen) | 2 | 17:1 | 5,4 % |
| Transversale (3) | 3 | 11:1 | 8,1 % |
| Carré (4 Zahlen) | 4 | 8:1 | 10,8 % |
| Sixain (6 Zahlen) | 6 | 5:1 | 16,2 % |
| Kolonne / Dutzend | 12 | 2:1 | 32,4 % |
| Einfache Chance | 18 | 1:1 | 48,6 % |
Alle Angaben gelten für das europäische Roulette mit 37 Feldern. Beim amerikanischen Roulette (38 Felder) sind die Wahrscheinlichkeiten leicht geringer, die Auszahlungsquoten jedoch identisch.
Europäisches, amerikanisches und französisches Roulette
Die meisten Grundregeln gelten für alle Varianten. Die entscheidenden Unterschiede liegen im Kessel und in einzelnen Sonderregeln.
Europäisches Roulette
Der Standard in deutschen Spielbanken. Der Kessel hat 37 Felder (0–36). Hausvorteil: 2,7 %.
Amerikanisches Roulette
Der Kessel enthält 38 Felder — zusätzlich zur Null gibt es eine Doppelnull (00). Durch das zusätzliche Feld steigt der Hausvorteil auf 5,26 %. Die Auszahlungsquoten bleiben dabei identisch mit der europäischen Version. Spieler erhalten bei gleichen Auszahlungen schlechtere Gewinnchancen. Aus mathematischer Sicht ist die europäische Variante für Spieler günstiger.
Französisches Roulette
Basiert auf dem europäischen Kessel (37 Felder, eine Null). Zusätzlich gibt es zwei Sonderregeln, die ausschließlich auf einfache Chancen (Rot/Schwarz, Gerade/Ungerade, Hoch/Niedrig) angewendet werden:
La Partage: Landet die Kugel auf der Null, erhält der Spieler die Hälfte seines Einsatzes auf einfache Chancen zurück. Die andere Hälfte verbleibt beim Casino.
En Prison: Der Einsatz wird „eingesperrt“ und für die nächste Runde aufgehoben. Gewinnt die nächste Runde, wird der vollständige Einsatz zurückgegeben — ohne zusätzlichen Gewinn.
Beide Regeln reduzieren den effektiven Hausvorteil auf einfache Chancen beim französischen Roulette auf etwa 1,35 %. La-Partage- und En-Prison-Tische sind vor allem in klassischen europäischen Spielbanken zu finden; in welchem Umfang Online-Angebote diese Regeln anbieten, hängt vom jeweiligen Anbieter ab.
Was Spieler über Strategien und Wahrscheinlichkeiten
wissen sollten
Roulette ist ein Zufallsspiel. Jede Runde ist vollständig unabhängig von der vorherigen — das Rad hat kein Gedächtnis.
Ein weit verbreiteter Denkfehler ist der sogenannte Spielerirrtum (englisch: Gambler’s Fallacy): die Vorstellung, dass nach vielen roten Ergebnissen Schwarz „fällig“ sei. Das trifft nicht zu. Das Roulette-Rad kennt keine Geschichte. Es gibt keine vergangenen Ergebnisse, die die nächste Runde beeinflussen. In jeder einzelnen Runde liegen die Wahrscheinlichkeiten immer bei denselben Werten — 18 von 37 Feldern für Rot, 18 von 37 für Schwarz, unabhängig davon, was zuvor gefallen ist.
Viele Spieler nutzen Wettsysteme wie das Martingale-System (nach jedem Verlust den Einsatz verdoppeln) oder das Paroli-System (nach jedem Gewinn erhöhen). Diese Systeme können helfen, Einsätze zu strukturieren und den Überblick über das eigene Budget zu behalten — sie können jedoch den mathematisch eingebauten Hausvorteil nicht aufheben. Über genügend viele Runden setzt sich der Hausvorteil von 2,7 % immer durch.
Kein Wettsystem, keine Strategie und keine Beobachtung vergangener Ergebnisse kann diesen Mechanismus dauerhaft überwinden. Wer mehr über die mathematischen Hintergründe verstehen möchte, findet im Artikel zum Hausvorteil beim Roulette eine ausführlichere Erklärung — und in der Übersicht zu Wettsystemen einen nüchternen Vergleich der bekanntesten Ansätze.
Roulette in Deutschland: Spielbank und Online
In Deutschland wird Roulette traditionell in staatlich zugelassenen Spielbanken angeboten. Die Spielbanken der Bundesländer unterliegen dem jeweiligen Landesrecht und dem Glücksspielstaatsvertrag 2021.
Online-Roulette: die rechtliche Einordnung
Die Rechtslage beim Online-Roulette in Deutschland ist komplex und wird an dieser Stelle nur überblicksartig dargestellt.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vergibt bundesweit Lizenzen für Online-Glücksspiel in Deutschland. Diese Hauptlizenz erlaubt aktuell ausschließlich virtuelle Automatenspiele (Slots). Für Tischspiele wie Roulette sind zusätzliche Lizenzen erforderlich, die von einzelnen Bundesländern vergeben werden und deutlich seltener sind. Praktisch bedeutet das: Online-Roulette ist bei einem Großteil der in Deutschland regulierten Anbieter nicht verfügbar.
Auf dem deutschen Markt sind außerdem Anbieter mit internationalen Lizenzen (z. B. Malta Gaming Authority) tätig. Die Rechtslage in diesem Bereich ist im Fluss; die Situation kann sich ändern. Eine vollständige Darstellung der aktuellen Rechtslage findet sich im Artikel zur Legalität von Online-Glücksspiel in Deutschland.
Diese Informationen dienen der allgemeinen Einordnung und ersetzen keine Rechtsberatung.
Fazit
Roulette ist eines der wenigen Glücksspiele, bei dem die Gewinnchancen vollständig transparent sind: Jede Wette, jede Auszahlungsquote, jeder Hausvorteil lässt sich exakt berechnen. Wer die Mechanik versteht, spielt informierter — und weiß, warum das europäische Roulette mit einer Null für Spieler mathematisch günstiger ist als das amerikanische mit zwei Nullen.
Garantiert ist damit nichts. Roulette ist und bleibt ein Zufallsspiel.
Über den Autor
Nils Nolte ist Chefredakteur von spielwissen.de. Er ist Journalist mit Schwerpunkt Verbraucherinformation und digitale Rechtskommunikation. Alle auf spielwissen.de veröffentlichten Inhalte entstehen unter seiner redaktionellen Verantwortung.
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Quellen und weiterführende Informationen
Spielbanken Bayern — Offizielle Spielregeln und Gewinnchancen beim Roulette: https://www.spielbanken-bayern.de
Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) — Informationen zur Regulierung von Online-Glücksspiel in Deutschland: https://www.gluecksspiel-behoerde.de
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) — Informationen zu verantwortungsvollem Spielen: https://www.bzga.de
Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), insbesondere §§ 4, 6–8 zum Spielerschutz: Offizieller Gesetzestext der zuständigen Landesbehörden
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Verantwortungsvolles Spielen
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BZgA-Telefonberatung: 0800 137 27 00 Täglich 10 bis 22 Uhr, kostenlos
Weitere Informationen zu Warnsignalen, Selbstausschluss und Hilfsangeboten: spielwissen.de/verantwortungsvolles-spielen/
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─── RECHTLICHER HINWEIS ──────────────────────────────────────
Die Informationen zur Rechtslage des Online-Glücksspiels in Deutschland dienen der allgemeinen Einordnung. Sie ersetzen keine Rechtsberatung. Die Gesetzeslage kann sich ändern; für aktuelle und verbindliche Informationen empfehlen wir die Webseite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL): www.gluecksspiel-behoerde.de